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Erstellt am: 30.07.2021

GESETZ FÜR FAIRE VERBRAUCHERVERTRÄGE VERÄNDERT DIE VERTRAGSABWICKLUNG.

Seit dem 24. Juni 2021 ist es beschlossene Sache: Das Gesetz für faire Verbraucherverträge kommt. Für Verbraucher bringt es einige Veränderungen, die für mehr Verbraucherschutz sorgen sollen. Im Umkehrschluss bedeutet das einen Wandel in der Vertriebspraxis von Organisationen der Energiewirtschaft. Was genau ändert sich für Unternehmen? Kommt es zu mehr Aufwand? Welche Chancen eröffnen sich aber auch? Und sind Verbraucher wirklich besser geschützt?

 

Mehr Verbraucherschutz dank neuem Gesetz?

Für Verbraucher hört sich das erst einmal gut an: Ein Gesetz für faire Verbraucherverträge. Es soll die Position der Verbraucher gegenüber den Unternehmen verbessern. Sowohl der Vertragsschluss als auch die Vertragsbedingungen sollen kundenfreundlicheren Voraussetzungen unterliegen.

Darüber hinaus soll das Gesetz verhindern, dass „[…] Verbrauchern Verträge aufgedrängt oder untergeschoben werden, die sie so nicht abschließen möchten“ (Drucksache 19/26915, Abschnitt A).

Ein telefonischer Vertragsabschluss (TVA), der bisher gängige Praxis war bei Energieversorgern ist so nicht mehr möglich. Der Kunde soll bei Lieferanten- oder Vertragswechsel im Energiebereich die Vereinbarung sehen, lesen und unterschreiben können.

So ändern sich u. a. diese Punkte:

  • Es wird eine Pflicht zur Textform bei Lieferverträgen für Gas und Strom eingeführt – egal, über welchen Vertriebskanal.
  • Zudem wird Telefonwerbung stärker reguliert, indem Unternehmen die Einwilligung der Verbraucher in Textform dokumentieren müssen
    und eine Aufbewahrungspflicht von fünf Jahren besteht.
  • Die Kündigungsfrist von bisher drei Monaten wird auf höchstens einen Monat verkürzt.

Im SYNCPILOT Blog-Artikel Gesetzentwurf für faire Verbraucherverträge hatten wir bereits die gewünschten Änderungen zum neuen Gesetz näher beschrieben.

 

Das Gesetz bringt Frust und Kritik

Schon im März 2019 hatte das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) einen Gesetzesentwurf für faire Verbraucherverträge vorgelegt. Nach monatelangem Koalitionsstreit und der Anhörung verschiedener Verbände, Verbraucherzentralen und Experten nahm am 24. Juni 2021 der Bundesrat den Entwurf in der vom Rechtsausschuss geänderten Fassung an.

Die Stellungnahmen der Sachverständigen fielen jedoch überwiegend kritisch aus: Verbraucherschützern und Opposition geht der Entwurf nicht weit genug. Sie hatten sich dafür ausgesprochen, Verträge grundsätzlich auf ein Jahr zu begrenzen.

Der Verbraucherrechtler Prof. Dr. Martin Schmidt-Kessel von der Universität Bayreuth bestätigte, dass das Gesetz mit dem vielversprechenden Namen „Gesetz für faire Verbraucherverträge“ viel verspreche, allerdings nur wenige Sachverhalte umgesetzt werden. Beispielsweise wurde der Abschluss von Verträgen am Telefon lediglich im Energiebereich verboten. Vertreter von Parteien kritisierten, dass im Bereich der Telefonwerbung keine umfassende Bestätigungslösung eingeführt werde, sondern diese nur für Energielieferverträge vorgeschrieben werde.

©Unsplash/Priscilla Du Preez

Die Chance: Energieversorger verbinden Energiewende mit Digitalwende

Für Unternehmen bedeutet das verabschiedete Gesetz für faire Verbraucherverträge konkret:

  • Änderungen in ihren Prozessen, in der Vertriebssteuerung und dem Datenschutz.

Darin liegt aber auch eine Chance, ganz nach dem Motto: raus aus der Verpflichtung hin zur nächsten Stufe der Digitalisierung.

In der Energiewirtschaft werden Vertrags- und Lieferantenwechsel i.d.R. per Telefon vorgenommen. Durch die gesetzliche Änderung der Pflicht zur Textform für Energielieferverträge entstehen nun Einschränkungen in dem bisher gängigen Vorgehen.

Energie-Unternehmen müssen zukünftig – unabhängig vom Vertriebskanal – den Vertragsentwurf vorlegen. Dadurch entsteht für Unternehmen mehr Aufwand und die Geschwindigkeit beim TVA verlangsamt sich. Prozesse neu denken und anpassen, um Kundenabsprünge und Einbrüche bei der Conversion Rate zu vermeiden, sind die Folge. Das bietet ein neues Digitalisierungspotenzial: neue Tools im Vertriebsprozess.

SYNCPILOT kann dieses Potenzial mit seiner Kundenberatungs- und Vertragsabschlussplattform Live Contract ausschöpfen. Berater und Verbraucher können den Vertrag digital abwickeln und der gesetzlichen Anforderung der textlichen Einwilligung des Verbrauchers sowie der Beweislast seitens des Unternehmens nachkommen. Dies wird durch eine digitale Vertriebslösung möglich, die einen rechtssicheren und medienbruchfreien Kundendialog bis zum Vertragsschluss gewährleistet.

Zusätzliche Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten neben denen der DSGVO führen zu einer weiteren Bürokratisierung der unternehmensinternen Prozesse. Die Fragen nach Speicherort und -form ebenso wie die zeitliche Aufbewahrungsfrist von fünf Jahren können prozessual festgehalten werden – mit der SYNCPILOT Software Live Contract ist dies einfach möglich. So gelingt Fairness auch auf Unternehmensseite.

©pixabay/Gerd Altmann

Fairness zahlt sich aus – für Unternehmen und Verbraucher

Besonders für Unternehmen der Energiewirtschaft hat das neue Gesetz Folgen, da mit der Textformerfordernis bei Energielieferverträgen in ihre Vertriebspraxis eingegriffen wird.

Das Gesetz sorgt für Fairness nicht nur für Verbraucher, sondern auch für Unternehmen durch den Einsatz der digitalen Vertriebsplattform Live Contract. So steigern Unternehmen ihre Prozesseffizienz und erhöhen ihre Kundenloyalität. Gleichzeitig entstehen rechtssichere Verträge, die für fairen Verbraucherschutz sorgen. Aufbewahrungspflichten und die Dokumentation der Archivierung werden revisionssicher eingehalten.

Mit einer digitalen Vertragsabwicklung wie Live Contract digitalisieren und automatisieren Unternehmen aus der Energiewirtschaft den gesamten Vertriebsworkflow. Die digitale „Fairnesslösung“ von SYNCPILOT sorgt somit nicht nur für die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, sondern ist auch die Zukunft eines kundenzentrierten Vertriebs.

 


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